Der Wecker klingelte um 10 Uhr und 3 Stunden später waren alle soweit bereit - Trödeltrupp.
Der erste Weg führte ins benachbarte Restaurant wo auf der Karte „Omlett and Coffee" stand. Bekommen haben wir Rührei und Kaffee. Kurzer Einschub zu Zeiten und Portionen in diversen Kneipen, Restaurants und Lokalitäten....Die Russen haben die Ruhe weg und man muss ordentlich Geduld mitbringen bis man tatsächlich sein Besteck in die Hand nehmen muss. Desweiteren sind die Portionen mehr als überschaubar und es gab schon Momente wo wir uns das Gericht einfach 2x bestellt haben, also eher was für den hohlen Zahn. Daran haben wir uns aber bereits gewöhnt, also alles gut.
Zu Fuß machten wir uns dann bei sommerlichen Temperaturen aber mächtig Gegenwind auf in die Innenstadt. Hier steuerten wir die erste HopOnHopOff Busstation an. Eigentlich bin ich kein Fan von den roten Bussen, die einen an die schönsten Ecken der Stadt bringt aber hier und heute war es am einfachsten und Kevin sagte das er die Städte immer so erkundet und eine Art Bus-Dauerkarte für diese Flotte hat - Schokoticket Deluxe. Es vergingen Minuten und nirgends kam ein roter Bus, vielleicht standen wir auch einfach falsch. Kurzerhand wurde der Plan umgeschmissen und wir fanden uns Minuten später in einer urigen Pinte wieder, wo wir das erste Spiel von Cristiano und Co verfolgten.
Irgendwie war ich trotzdem mit der Gesamtsituation so nicht zufrieden, denn wenn ich in den Städten bin, die ich nicht kenne möchte ich bis auf das Stadion auch noch mehr sehen. Eine gute und günstige Alternative zu den Bussen war eine wunderschöne idyllische Bootstour durch die Kanäle von St. Petersburg. Die buchten wir dann auch nach Abpfiff tatsächlich ein, aber vorher ging es noch zu McDonalds. Hier das gleiche Bild, aus FastFood wird hier SlowFood. Für 4 Burger warteten wir knappe 20 Minuten. Den absoluten Lacher für den heutigen Tag hatte Kollege Stolte aber auf seiner Seite, als er mit seinem Filet-o-Fish Burger eine Stufe übersah und sich komplett von oben bis unten einsaute. FanID und Tickets stinken sogar immer noch nach Fisch.
Die knapp 1,5h stündige Bootstour war dann eher zäh. Der Wind pfiff uns an Deck um die Ohren und vom russischen Guide , der zu den verschiedenen Palästen in der Stadt was erzählte, verstanden wir logischerweise auch kein Wort. Es gipfelte darin das die halbe Reisegruppe nach 10 Minuten sogar einschlief.
Anschließend ging es in eine Art typisches russisches Restaurant wo Kevin als Vorspeise Spaghetti Carbonara und als Hauptgang Spaghetti Bolognese aß. Bastian hatte Hühnchen-Curry, was du weltweit wirklich nur in Russland bekommst :D. David und ich hatte eine Suppe die sich Soliyanka schimpft, russischer leicht säuerlich-scharfer Eintopf. Als nächstes bekamen wir leckere Pelmeni serviert was gefüllte Teigtaschen mit allerlei drin super schmeckt.
Das Abendspiel der Spanier schauten wir dann in unserem Appartment und packten nebenbei schon einmal unserer Koffer, denn wir mussten am nächsten Tag früh raus.
Noch schnell 1-2 Hände ne gepflegte Runde Karten gespielt und schon schlummerten wir alle in Null Komma Nix ein - also zumindest Bastian und ich. Die anderen beiden Experten hatten eine sehr unruhige Nacht vor sich, denn es waren sehr viele Mücken im Raum anwesend. Diese zerstachen die beiden regelrecht und David begrüßte mich am Morgen mit einem dicken Auge und heißt ab sofort nur noch Karl Dall 2.0.
Heute klingelte um 4 Uhr der Wecker und wir waren um Punkt 5 Uhr alle fertig und saßen im Taxi Richtung Flughafen.
Die Stadt schlief noch und die Straßen waren frei, sodass wir mit genügend Puffer am Flughafen ankamen. Hier verlief der CheckIn auch problemlos und nun sitzen wir gerade im Flieger nach Sochi. Uns erwartet Strand, >30 Grad, eine Top Unterkunft inkl. Whirlpool und hoffentlich 3 Punkte und der erste Sieg unserer N11.
Auf die kommenden 3 Tage freuen wir uns irgendwie am meisten, ehe es dann zum Höllenritt mit der Bimmelbahn in 50 Stunden nach Kasan geht. Wir melden uns aus dem Süden Russlands.
Ach eines habe ich noch vergessen was ich euch unbedingt noch mitteilen wollte. Die letzten Nächte staunten wir nicht schlecht, da es tatsächlich hier in St. Petersburg nicht dunkel wird. Ein komisches, aber besonderes Gefühl wenn du um 2 oder 3 Uhr nachts nach Hause gehst und es irgendwo am Himmel einfach immer hell bleibt.
Nastrovje
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